Man möge mir verzeihen, dass ich die "Blechbüx", die im Eingangsbereich des Schlosses steht, sofort zweckentfremdet habe – gefüllt mit einem Menschen und diesen grinsend ein Glas Wasser halten lasse. Es war drückend heisse 28 Grad – da muss man auf solche Gedanken kommen.
Die erste schriftliche Erwähnung der Burg in Sigmaringen erfolgte im Jahre 1077 in der Chronik des Klosters Petershausen. Die Lage der Burg auf dem 45 Meter emporragenden und 200 Meter langen Weissjurafelsen, war strategisch sehr günstig. An drei Seiten war die Burg durch steil abfallende Wände geschützt. Jetzt noch erhaltene Burgreste stammen aus der Staufferzeit um 1200. Diese Burgteile sind in die Nachfolgebauten integriert worden. Nach der Herrschaft der Habsburger, der Grafen von Württemberg und der Grafen von Werdenberg, fallen Schloss und Grafschaft 1535 an die Hohenzollern. Karl I. von Hohenzollern wurde der erste Regent seiner Familie in Sigmaringen, welches bis 1850 Haupt- und Residenzstadt des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen wurde. Das Fürstenschloss ist heute Verwaltungssitz der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen. Die Burg, das Schloss, ist Deutschlands zweitgrösstes Stadtschloss.
Eigentlich hatten wir für Heute keinen Plan. Doch, wir wollten einkaufen gehen, aber alle Geschäfte hatten zu. Eigenartig… Und dann wurde uns klar das heute ein Feiertag war, Fronleichnam. Wie so oft ist ungeplant immer interessant. Es war drückend heiss und bereits 28 Grad. Dieser riesige Steinbrocken schrie förmlich danach, dass er besucht wurde. Solche Klötze sind erfahrungsgemäss schön kühl in ihrem Innern – dachten wir zumindest.
19. Juni 2025
Der Bergfried (Hauptturm): Der hohe, zentrale Turm mit dem neugotischen Helm ist der Bergfried, der auch als „Römerturm“ bezeichnet wird. Rechts neben dem Bergfried befindet sich ein kleinerer Turm mit einer grünen, kupfergedeckten Kuppel.
Nun geht es bergan. Bevor wir zum Schloss kommen steht in einem Gebäude die Tür weit offen und neugierig wie wir sind schauen wir in den schummrigen langen Raum. Dies ist das Marstallmuseum, steht auf einer Tafel an der Hausmauer.
Ach du meine Güte!
Da stehen Fuhrwerke, die ihren Dienst schon sehr lange quittiert haben. Die Exponate im Marstallmuseum Sigmaringen stammen hauptsächlich aus
dem 19. und 20. Jahrhundert, mit Schwerpunkt auf den fürstlichen Hof und die Reitkultur der Hohenzollern-Sigmaringen. Dazu gehören Kutschen,
Sättel, Geschirre und andere Ausrüstungsgegenstände, die für den Betrieb des Marstalls benötigt wurden. Es gibt auch eine Sammlung von Uniformen,
Waffen und Jagdtrophäen, die die Jagdleidenschaft der Fürsten widerspiegeln.
Eine beeindruckende Sammlung von Kutschen, darunter Prunkwagen, Reisekutschen und Jagdwagen, die für repräsentative Zwecke und den Alltag der
Fürstenfamilie genutzt wurden. Sie sind hier hinter einem Gitterzaun ausgestellt. Die Exponate spiegeln die Zeit der Hohenzollern-Sigmaringen
im 19. und 20. Jahrhundert wider, wobei einige Gegenstände auch älteren Datums sind.
Was eigentlich Marstall bedeutet wurde nirgendwo erläutert... darum kam Onkel Google zum Zuge
Marstall (von althochdeutsch marahstal, zusammengesetzt aus marah Pferd (Mähre) und stal (Stall) war ursprünglich eine Bezeichnung für einen Pferdestall
eines Fürsten. Im heutigen Sprachgebrauch wird der Begriff des Marstalls für Stallbauten von Schlössern und Herrenhäusern benutzt, die von der
frühen Neuzeit bis in das 19. Jahrhundert in repräsentativer Architektur ausgeführt wurden. Der Begriff kann darüber hinaus auch die Gesamtheit
aller Pferde eines Fürsten bezeichnen. Sprachlich verwandt ist der Marschall, ehemals der Stallmeister.
Sänfte 1885
Kaiserwagen 1768
Landauer 1889
Die berühmteste preussische Staatskutsche der Hohenzollern,
die Gala-Berline, stammt aus dem Jahr 1858
Gala-Berline 1858
Vinaigrette 1787
Nach der Besichtigung des Marstallmuseums waren es nur ein paar Schritte bis zum Hauptportal des Schlosses Sigmaringen / Hohenzollernschloss.
Irgendwie können sich die Leute wohl nicht einig werden, was das nun ist.... Burg, Schloss, Hohenzollernschloss, Burg/Schloss Sigmaringen... egal, wir schauen uns das Teil jetzt an.
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