25. Juni 2025
Heute besuchen wir das Erwin Hymer Museum in Bad Waldsee.
Das sind nicht ganz 80 km Distanz – ungefähr eine Stunde Fahrt.
basierend auf einem Mercedes-Benz 206D
Zuerst trinken wir gemütlich einen Kaffee
Wir sind startklar. Was werden wir nun sehen?
Der Besucher wird zu einer Entdeckertour durch die Kultur- und Technikgeschichte des Caravanings, eingeladen.
Die über 6000 m² grosse Ausstellung lässt die Träume und die Visionen des mobilen Reisens aus der Vergangenheit
bis in die Zukunft lebendig werden!
Und sie weckt Erinnerungen. Meine Güte wir werden alt !!! :)
Das Wohnauto von Arist Dethleffs ist nicht nur der erste Wohnwagen aus dem Hause Dethleffs, sondern zugleich auch der erste Wohnwagen Deutschlands. Das Original ist über die Jahre leider nicht erhalten geblieben. Um dieses für die Geschichte des Caravaning in Deutschland so bedeutende Fahrzeug trotzdem nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, entschloss sich die Firma Dethleffs bereits im Jahre 1974, das Wohnauto originalgetreu nachzubauen. Das hier gezeigte Wohnauto ist somit das weltweit einzige Exemplar und inzwischen fast selbst schon ein Oldtimer. Gebaut wurde es damals von Auszubildenden der Firma Dethleffs. Sie konnten dabei auf die auch heute noch erhaltenen, originalen Konstruktionsunterlagen von Arist Dhetleffs zurückgreifen.
Das Wägelchen hat drei Schlafplätze
Nachdem Arist Dethleffs positive Erfahrungen mit seinem selbst gebauten Wohnauto gemacht hatte, lag es für den Kaufmann auf der Hand, sich mit dem Thema Caravaning auch in geschäftlicher Hinsicht zu befassen. Das Ergebnis war der hier ausgestellte Tourist, der nun auch im Kundenauftrag gefertigt wurde. Bei diesem Fahrzeug kam erstmalig eine Holzgerippekonstruktion mit gewölbten Spanten zum Einsatz, die eine stromlinienförmige Karosserieform ermöglichte. Stehhöhe wurde im Font- Heckbereich durch ein Hubdach mit aufstellbaren Fenstern erlangt. Das ausgestellte Fahrzeug war seit 1939 ununterbrochen im Einsatz, bis es von seinem Eigentümer 1973 beim Kauf eines neuen Dethleffs-Wohnwagens in Zahlung gegeben wurde.
Verkaufspreis 2'160 RM
Der Durchschnitts Monatslohn in Deutschland im Jahr 1937 betrug 1.056 Reichsmark (RM).
Mitte der 70er Jahre traf im Isnyer Dethleffs-Werk eine ungewöhnliche Anfrage aus der Tschechoslowakei ein. Ein Camper,
der unbedingt einen Dethleffs-Wohnwagen wollte, bot aufgrund mangelnder Devisen an, seinen betagten Praga Piccolo gegen einen
neuen Wohnwagen einzutauschen. Dethleffs willigte ein und holte das seltene Fahrzeug nach Deutschland, wo es anschliessend komplett
restauriert wurde.
Der Automobilhersteller Praga, gegründet 1906 in Prag, hatte 1924 sein Angebot um den Kleinwagen Piccolo erweitert. Anfang der
30er Jahre entfiel fast jede vierte Neuzulassung auf den Piccolo, was das Fahrzeug zum damals meistverkauften Automobil in der
Tschechoslowakei machte. Insgesamt wurden rund 12'000 Fahrzeuge von diesem Typ gebaut.
Und wie der Museumsrundgang beschreibt, gehen wir zuerst auf den Gipfel.
Das heisst wir begeben uns auf einer Spirale hinauf in den nächsten Stock.
Die Sahara ist mit knapp 9 Millionen Quadratkilometern die grösste Trockenwüste unseres Planeten und erstreckt sich von der
afrikanischen Atlantikküste bis zum roten Meer. Sie besteht hauptsächlich aus Stein- und Kieswüste und nur zu etwa einem
Fünftel aus Sanddünengebiet.
Über Jahrhunderte hinweg durchzog die Sahara ein Netz weitläufiger Karawanenrouten, auf denen Gold, Sklaven, Salz und
andere Handelsgüter transportiert wurden. Sagenumwobene Karawanenstationen in Marokko waren einst Zagora - heute eine
kleine Provinzstadt am Rande der Wüste - und Sijilmassa, die ehemalige, inzwischen vom Wüstensand verwehte Hauptstadt
des Tafilalet. Wegweiser erinnern noch heute an die Zeit der grossen Kamelkaravanen, als man von hier bis Timbuktu in
Mali 52 Tage brauchte.
Das aus dem Persischen stammende Wort "karawan" = Kamelzug / Reisegesellschaft, bezeichnete ursprünglich eine Gesellschaft
von Händlern, die aus Sicherheitsgründen zusammen reisten.
Aus Karawan entwickelte sich das englische "caravan" und das deutsche Wort Karawane, das man in den 1930er Jahren noch
als gängiges Synonym für Wohnwagen verwendete.
Die "Wanderniere" war in den 30er Jahren der meistverbreitete Wohnwagen in Deutschland. Täglich verliess ein fertiges Exemplar
das Sportberger-Werk in Rothschwaige. Oft holten die neuen Eigentümer ihren Wohnwagen selbst ab und verbrachten ihre erste Nacht
auf dem werkseigenen Campingplatz.
Im Jahr 1938 begab sich der Journalist Theo Rockenfeller mit einer Karawane auf grosse Fahrt von Berlin nach Neapel, mit dem
Schiff nach Tripolis und von dort aus durch die Libysche Wüste und wieder zurück nach Deutschland.
Die Erfolgsgeschichte der Karawane endete jäh mit Ausbruch des 2. Weltkrieges. Die wenigen noch gebauten Fahrzeuge wurden
restlos für militärische Zwecke eingesetzt, zB. als Unterkünfte für Kriegsreporter und Kartographen.
Mit der ab 1924 erhältlichen 4-PS-Baureihe aus dem Hause Opel begann auch in Deutschland das Zeitalter der Fliessbandfertigung im Automobilbau. Opel, der damals grösste PKW-Hersteller in Deutschland, hatte kräftig investiert, um die Produktion zu modernisieren. Die 4-PS-Fahrzeuge waren anfangs ausschliesslich in grüner Farbe erhältlich, was ihnen schnell den Spitznamen "Laubfrosch" einbrachte. Mit 4 PS war nicht die Motorleistung gemeint, sondern die sogenannte "Steuer-PS", Grundlage für die damalige KfZ-Steuer. Die tatsächliche Motorleistung betrug zunächst 12 PS und stieg bis 1931 auf 20 PS. Dieses Modell wurde später auch als 1,1 Liter bzw. als 4/20 bezeichnet. Insgesammt konnten bis 1931 rund 120'000 "Laubfrösche" abgesetzt werden.
Es ist absolut erstaunlich was die damaligen Fahrzeuge für Gewicht hinter sich her geschleppt haben.
Noch eine Kurve in der Spirale und wir sind am Gipfel.
Sportberger nahm bereits ein Jahr nach Ende des 2. Weltkrieges die Produktion von Anhängern wieder auf. Zu den ersten Modellen
zählte der Typ G2. Hierbei handelte es sich um eine Mischform aus Nutz- und Wohnanhänger. Mit dem Anhänger konnte man sowohl unter
der Woche Waren transportieren als auch am Wochenende in der Natur übernachten. Dies brachte dem Wagen den Spitznamen "Schäferkarren" ein.
Ausserdem war der Anhänger bei Geschäftsreisenden sehr beliebt, die es leid waren, sich unter den seinerzeit schwierigen Verhältnissen,
regelmässig ein neues Nachtquaetier suchen zu müssen.
Aufgrund seines geringen Gewichts konnte der Wagen notfalls sogar von einem Motorrad gezogen werden. Auf den G2 folgten bald auch
wieder "herkömmliche" Wohnwagen.
Der Käfer, in Anlehnung an den Namen seines Konstrukteurs und an die Karosserieform auch "Kugel-Porsche" genannt, ist eines
der erfolgreichsten Automobile der Welt. In 65 Jahren Bauzeit entstanden zunächst in Deutschland und später in aller Welt mehr
als 21,5 Millionen "Krabbeltiere". Bis zur Jahrtausendwende hielt der Käfer sogar den Rekord als weltweit meistgebauter PKW.
Unzählige Menschen unternahmen mit dem Käfer in den 50er und 60er Jahren ihre ersten Urlaubsfahrten über die Alpen nach Italien.
Selbst heute schafft er noch Rekorde. Von keinem anderen Modell sind so viele Oldtimer zugelassen wie vom VW Käfer.
Wir sind im oberen Stock angekommen und gehen nun erst einmal ins Restaurant im Eingangsbereich zum Mittag essen. Ufffff hier unten ist es viel angenehmer. Im oberen Stock ist es drückend heiss.
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