Ich weiss nie genau wie das fertige Werk aussieht. Für mich ist es ein Herantasten und es kann ohne weiteres sein, dass ich plötzlich eine ganz andere Richtung einschlage.
Ich bin kein Fan von Filmen, die auf die Schnelle zeigen sollen wie etwas entsteht. Ich halte lieber inne an wegweisenden Stellen und benenne anhand des Fortschritts, was ich gemacht habe und mit welchen Mitteln.
Bei diesem Bild ist es das Gewölbe und die Stuckatur die ich im Schloss Hohenzollern in Sigmaringen im französischen Salon und als Deckenverkleidung als Stuckkassetten gesehen habe. Diese grosse Kunst der Wand- und Deckenveredelung musste ich einfach nach bauen.
Ich beginne immer mit einer Skizze in die ich die verschiedensten Gedanken und Elemente einfliessen lasse. Am liebsten sind mir hohe Kontraste in Stilen, Epochen und Farbelemente.
Hier wird die grundlegende Bildkomposition festgelegt. Die wehenden Kleiderfalten, die Pose der Frau und die architektonischen Bögen im Hintergrund werden mit sehr zarten Linien skizziert.
Die ursprüngliche Skizze wird ausgearbeitet. Linien werden verstärkt und erste Graustufen-Schattierungen hinzugefügt.
Der Hintergrund wird weichgezeichnet (Blur-Effekt), um die Figur optisch in den Vordergrund zu rücken. Die Lady ist mir hier wichtig nicht der Hintergrund. Es kommen erste gezielte Farbakzente zum Einsatz. Der Saum des Kleides erhält einen goldenen Verlauf, und die High Heels werden in einem kräftigen Rot koloriert.
Schwarz/Weiss Vektor. Die Grundelemente als Vektor ermöglichen die genaue Abstufung und die Koloration
der einzelnen Teile, unabhängig voneinander. Ich weiss jetzt wie das Werk für mich am besten aufgebaut ist,
darum der
Vektor
, denn die Szene ist nun klar und die Farbgebung auch.
Die Koloration kann beginnen.
Das Bild wird komplett farbig ausgearbeitet. Der Hintergrund verwandelt sich in eine warme, hölzerne Palastarchitektur mit goldenem Lichtfall. Das Kleid ist nun vollständig in einen fliessenden, semitransparenten Gold- und Beigeton gehüllt.
Die Feinabstimmung des Bildes. Kontraste und Lichtreflexe (Highlights) werden maximiert. Die Texturen des Stoffes und des Holzes wirken noch realistischer, und kleine Details wie die Schattierungen auf der Haut der Frau werden perfektioniert.
Affinity Designer: Nutze ich primär für das präzise Zeichnen von Vektorgraphiken die sich ohne Qualitätsverlust vergrössern lassen.
Affinity Photo: Nutze ich bei komplexen, malerischen Werken besonders für die Lichtstimmungen und den Fluss, Deckung der Farben.
Wenn meine Pinsel nicht glatt, sondern wie Kreide, Leinwand oder grober Stoff wirken sollen, wechseln ich im Einstellungsfenster
auf den Reiter Textur.
Über Kachelmodus lege ich eine eigene Bilddatei (z. B. die Struktur eines Seidenstoffs, Papier, Wolken) über den Pinsel.
Der Modus Konstant sorgt dafür, dass die Textur gleichmässig aufgetragen wird, während ich male.
Durch das extreme Herausarbeiten von
hellen Lichtkanten (Highlights) und tiefen Schatten
wirkt das Kleid am Ende fast dreidimensional
und greifbar. So auch die Stuckatur und die Gewölbebogen.
Dies ein kleiner Einblick, wie ich mit Vektoren und malen ein Werk aufbaue.
Weitere Tutorials
Meine Werke sind nie perfekt. Sie müssen es auch nicht sein.
Für mich entscheidend ist, dass sie eine Geschichte erzählen... Meine Geschichte!
Zurück zu – Im Gewölbe