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Fabelwesen - Daniela Joss

Fabelwesen ••• Tutorial

 

Anleitung

 
Wie erstellt / erarbeitet man sich ein solches Gesammtbild?
Das Bild wie es aussehen soll, muss bereits fix fertig im Kopf, oder als Skizze vorhanden sein.
 
Damit es echt wirkt braucht es einiges an Vorarbeit und Recherche.
Wir glauben Tiere zu kennen. Wenn es um ihren Bewegungsablauf geht, kommt jedoch einiges zum Vorschein,
dass mit einbezogen werden muss.

Am besten lernt man ein Tier kennen indem man es zeichnet. Der Aufbau des Körperbaus ist entscheidend
wie ein Tier sich bewegen kann. Das heisst um beim Elefant zu beginnen.... Seine Masse und sein Skelett
inklusive Gelenke, lässt es nicht zu, dass er etwas umarmen kann oder auf einem
Bein steht, wie zum Beispiel ein Flamingo.

Für mich genau so wichtig, wenn ein Bild aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt ist....
Die sauberen, klaren Einzelteile. Keine schummrigen Ränder. Keine Unschärfe.
Ich arbeite da immer mit Vektoren die eine saubere scharfe Silhouette ergeben.
Diese unterteile ich wie beim Elefanten in Kopf, Ohren, Auge, Rüssel, Stoss-Zähne,
Körper, Beine, Fussnägel, Schwanz, Bauchansatz.

Diese Teile bemale ich und habe somit ein Grundbild das ich anpassen kann.
 
Fabelwesen - Daniela Joss
 

Ergänzung zum Tutorial:

Da Fragen zur Entstehung des Beispielbildes aufgekommen sind, ergänze ich hier noch frühe Zwischenstände,
mit zwei Skizzen der Arbeit.
Ich finde es spannend zu zeigen, wie sich ein Bild Schritt für Schritt entwickelt — von der ersten Formsuche bis zur fertigen Komposition.

Für mich sind die Augen der wichtigste Teil bei einem solchen Bild, denn es wirkt für mich sonst
seelenlos. Darum ist es immer an erster Stelle bei der Coloration.

 
Fabelwesen - Daniela Joss
 
Fabelwesen - Daniela Joss
 
Es lohnt sich viele Bilder anzusehen. Den Elefanten in seiner natürlichen
Umgebung zu betrachten. Da zeigt sich wie der Bewegungsablauf dieses
massigen Körpers funktioniert.

Mein Elefant steht nun auf die Hinterbeine um die saftigen Blätter zu
erreichen. Mehr geht nicht! Er kann nicht klettern. Die Haltung zeigt mir,
wie ich ihn später auf den Baumstamm bringen kann, ohne das er herunter fällt.
 
Fabelwesen - Daniela Joss
 
Genauso entsteht das Krokodil
Diese Ur-Echsen haben ihren ganz eigenen Bewegungsablauf.
 
Fabelwesen - Daniela Joss
 
..... In dieser Pose werde ich die "Echse" nutzen können
 
Fabelwesen - Daniela Joss
 
 
Flügel sind noch gefragt, aber nicht irgendwelche, sondern die Schwingen des Steinadlers.
Jenem majestätischen Vogel, der in meiner Heimat, in den Alpen lebt.
 
Fabelwesen - Daniela Joss
 
Kurz vor der Landung auf einem Felsvorsprung
 
Fabelwesen - Daniela Joss
 
Die verschiedenen Tiere sind bereit, was fehlt ist der Hintergrund
 
Eine Photographie aus dem Tropenhaus
Mit Stativ und längere Verschlusszeit entsteht Feen-Wasser.
Ich mag es sehr, wenn das Wasser wie ein Schleier (Feen-Haare) neben der
scharf abgelichteten Umgebung hinunter fliesst.

Damit die gewünschte Tiefe entsteht besteht der Hintergrund aus zwei Bildern
Der vordere Teil. Den Hintergrund radiert und unerwünschtes entfernt.
 
Fabelwesen - Daniela Joss
 
und der hintere Teil, der aus einem ganz anderen Teil des Tropenhauses
hier seinen Zweck erfüllt.
Wichtig.... je weiter weg etwas ist, umso mehr Grau-Blau wirkt die Farbe
und gibt dem Bild durch die Luftperspektive Weite
 
Fabelwesen - Daniela Joss
 
Dieser Hintergrund wird nun bearbeitet damit aus der Photographie ein gemalter
Hintergrund entsteht, der zu den gemalten Tieren passt.
 
Fabelwesen - Daniela Joss
 
Weil ich verschiedene Pflanzen, auch blühende, in solchen Bildern Liebe,
müssen viel mehr Farne und Tropenpflanzen ins Bild.
Als Beispiel Bromelien. Diese Pflanzen sind gemalt wie die Tiere.
 
Fabelwesen - Daniela Joss
 
Nun kommt der Finish
Das Fabelwesen zusammensetzen und einen dicken Baumstamm über das Wasser legen wie eine Brücke.
Der Stamm muss das Wesen, das schon einige Kilo auf die Waage bringt tragen.

Aufpassen bei Licht und Schatten, da ist weniger mehr!

Da liegt es nun das Tierchen. In einer märchenhaften Ubgebung, total relaxt in einer vollkommenen Umgebung.
 
 

Auf einem uralten, von Moos umarmten Ast ruht ein Wesen, das selbst die Träume der Natur zu übertreffen scheint.
Halb sanfte Kraft, halb stille Magie – sein mächtiger Körper vereint die Weisheit des Elefanten,
die Erdverbundenheit eines uralten Reptils und die Freiheit schimmernder Schwingen,
die sich wie ein leiser Atem über den Dschungel spannen.

Es wirkt, als hätte die Welt hier den Atem angehalten, nur um ihm diesen Moment der vollkommenen
Ruhe zu schenken. Seine Augen tragen keine Unruhe, nur ein tiefes, gelöstes Vertrauen – als wüsste es,
dass kein fremder Blick diesen verborgenen Ort je erreichen kann.

Neben ihm fliesst der Wasserfall wie ein lebendiges Märchen. Kein gewöhnliches Wasser stürzt hier
in die Tiefe – es gleitet wie flüssiges Licht, wie zarte Feenhaare, die sich sanft lösen und in tausend
glitzernden Fäden in das smaragdgrüne Becken darunter fallen.
Ein leises Flüstern liegt in seinem Klang, als würden unsichtbare Wesen Geschichten erzählen,
die nur das Herz versteht.

Die Luft ist erfüllt von einer stillen Wärme, die nicht von der Sonne allein stammt, sondern von der Harmonie
dieses Ortes. Blüten neigen sich ehrfürchtig, Blätter lauschen, und selbst der Wind
wagt es kaum, die Ruhe zu stören.

Das Fabelwesen liegt dort nicht zufällig – es gehört hierher. Es ist Wächter und Teil dieser verborgenen
Welt zugleich. In seiner Gelassenheit liegt eine tiefe, fast greifbare Emotion:
Frieden. Ein Frieden, der nicht gesucht werden muss, sondern einfach ist.

Und vielleicht, ganz leise, erinnert uns dieser Anblick daran, dass es solche
Orte gibt – nicht nur in der Welt, sondern auch in uns.

 
Signatur - DanielaJoss
 
Daniela Joss